La Palma (eigentlich ''San Miguel de la Palma'') ist die nordwestlichste Insel der Kanarischen Inseln. Sie hat eine Fläche von 729 Quadratkilometer, ca. 85.250 Einwohner (Stand: 1. Januar 2005) leben hier. Die Insel wird durchschnittlich von bis zu 10.000 Touristen pro Jahr besucht. Haupststadt der Insel ist Santa Cruz de La Palma auf der Ostseite mit etwa 18.000 Einwohnern. La Palma gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife, der westlichen der beiden Provinzen auf den Kanaren.

La Palma liegt etwa 60 Kilometer westlich von Teneriffa auf 28°40'' nördlicher Breite und 17°52'' westlicher Länge. Die Insel ist 42 Kilometer lang und 28 Kilometer breit. Durch den Westen des Eilands verläuft der frühere Nullmeridian von Ferro, der eigentlich durch 20° westliche Länge von Paris definiert war. Den Namen gab ihm die 60 Kilometer südlich gelegene kleine Insel El Hierro, die bis zur Entdeckung Amerikas den westlichsten Punkt der Europa bekannten Welt darstellte.
La Palma ist, wie alle Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs. Mit - geologisch gesehen - jungen etwa zwei Millionen Jahren gehört La Palma zu den jüngsten Inseln der Kanaren. Vom Meeresboden in etwa 4.000 Metern Tiefe erhebt sich die Insel von dort fast 6.500 Meter und besteht zur Gänze aus verschiedenen vulkanischen Gesteinen. Im Verhältnis zur Grundfläche zählt La Palma zu den höchsten Inseln der Erde.
Die Insel ist durch einen in Nord-Südrichtung verlaufenden Kamm aus Vulkankegeln, der Cumbre Vieja, in zwei klimatisch unterschiedliche Hälften geteilt. Im südlichen Teil sind einige Vulkane noch aktiv. Der letzte Ausbruch fand 1971 im Süden der Insel bei Fuencaliente, dem heutigen Los Canarios, statt. Es entstand hierbei der Vulkan Teneguía, der noch heute unter Beobachtung durch die Wissenschaft steht, da er nicht erloschen ist, sondern ruht. Der nördliche Teil der Insel wird von der Caldera de Taburiente dominiert. Diese Caldera bildet den größten Senkkrater der Welt. Er entstand durch Erosion und ist die von einem Ring von Gipfeln mit Höhen von 1.700 bis 2.400 Metern umgeben. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung der Insel, der Roque de los Muchachos mit 2.426 Metern. Auf seinem Gipfel befinden sich das Roque de Los Muchachos Observatorium.
Die vulkanische Aktivität ist eine ständige Bedrohung. Zwar konzentriert sie sich auf die Südspitze der Insel, doch gibt es Theorien, dass die westliche Flanke der Cumbre Vieja bei einem Ausbruch instabil werden und ins Meer abrutschen könnte. Eine Untersuchung in den 90er Jahren ergab, dass die Cumbre in ihrem Inneren mit Wasser durchtränkte, vertikale Ebenen aus porösem Vulkangestein aufweist.
Dieser Umstand war immer wieder Grundstoff für Horrorszenarien über einen möglichen Tsunami:
Bei einem Vulkanausbruch könnte sich dieses Wasser explosionsartig ausdehnen. Bei einem Vulkanausbruch im Jahre 1949, bei dem ein großer Riss an der Oberfläche entstand, ist dies in sehr kleinem Maßstab schon geschehen. Es kursierte lange nach dem Tsunami im Indischen Ozean die Nachricht, dass, falls dieser Vorgang in größeren Dimensionen stattfindet, ein gewaltiger Tsunami die Folge wäre, der bis zu den Küsten Nordamerikas und der Karibischen Inseln, aber auch Westafrikas und Europas reichen würde. Dies ist jedoch wissenschaftlich auszuschließen, weil sowohl die Dimensionen, als auch die zur Verfügung stehenden Energien nur einen kleinen Bruchteil (unter 1 Promille) des Erdbebens vor Sumatra betragen. Zudem ist es nach Meinung einiger Wissenschaftler eher wahrscheinlich, dass die Westseite La Palmas in kleinen Teilen, wie vielleicht 1949, zudem zeitlich versetzt und durch kleinere Ausbrüche und Erdbeben abrutscht. Ein Tsunami würde dann noch unwahrscheinlicher
Aufgrund seiner Entstehung und Lage bietet La Palma eine einmalige Natur und Landschaft. La Palma ist bekannt als La Isla verde ("die grüne Insel") und als La Isla bonita ("die schöne Insel"), da sie ganzjährig von grüner Vegetation bedeckt ist. Diese Üppigkeit verdankt die Insel den Passatwinden
Im Jahr 1890 gab es auf La Palma bereits mehrere Hotels. Vor allem die Erholungsuchenden Engländer frequentierten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts gern die westlichste Kanareninsel. Doch einige Jahrzehnte später ging es mit dem Tourismus auf La Palma bergab, in den 1960er Jahren kam er fast ganz zum Erliegen. In den 1970er Jahren und Anfang der 1980er Jahre profitierte La Palma ein wenig vom Massen- und Chartertourismus auf den beiden Kanarenhauptinseln Teneriffa und Gran Canaria. Erst Ende der 1980er Jahre waren nach der Erweiterung des palmerischen Flughafen für den internationalen Charterverkehr im Tourismusbereich kräftige Zuwachsraten zu verzeichnen.
Bei einem Angebot von etwa 7.500 Betten kann man auf La Palma nicht von Massentourismus sprechen. Es gibt nur wenige größere Hotels, vorwiegend werden Ferienwohnungen in kleineren Häuschen vermietet. Die meisten Touristen – zu 80 % Deutsche – zieht es in die Gegend von Puerto Naos und nach Los Cancajos. Deutsche Dauerurlauber oder Aussteiger haben sich vorzugsweise etwas landeinwärts auf der sonnigen Westseite der Insel in Los Llanos de Aridane und in El Paso niedergelassen.
Der erste Flughafen von La Palma bei Breña Alta nahm 1950 den Betrieb auf. Die Landepiste wurde 1970 stillgelegt, als der in der Küstenebene, südlich von Santa Cruz de La Palma, gelegene neue Flughafen fertig gestellt war. Seit 1987 ist er der sechste internationale Flughafen der Kanarischen Inseln. Er wird mehrmals wöchentlich von mehreren europäischen Chartergesellschaften angeflogen. Vom Flughafen Santa Cruz de La Palma bestehen Linienverbindungen zu den Nachbarinseln und zur spanischen Hauptstadt Madrid, die durch die spanische Fluggesellschaft Iberia und den lokalen Gesellschaften Binter Canarias und Islas Airways bedient werden.
Wegen des wolkenfreien Klimas und der Dunkelheit befinden sich in der Gipfelregion zahlreiche internationale Observatorien. Die Ansiedlung von Sternwarten wurde 1985 begonnen, seitdem gibt es auf der Insel auch ein Gesetz, das Leuchtreklame verbietet, und Lampen im Freien dürfen nur bestimmtes Licht und nur nach unten abstrahlen.